Makrozoobenthosuntersuchungen

Unter dem Begriff Makrozoobenthos werden aquatische Wirbellose zusammengefasst, die die Gewässersohle von Fließgewässern besiedeln. Dazu zählen u.a. Würmer, Schnecken, Muscheln, Krebstiere und aquatische Insekten. Die Makrozoobenthos-Organismen spielen im Ökosystem eines Fließgewässers eine bedeutende Rolle: als Destruenten (Zersetzer) verwerten sie das anfallende organische Material und stellen selbst wiederum die Nahrungsgrundlage für Konsumenten, wie z.B. Fische, Vögel und Amphibien dar. Makrozoobenthos-Organismen sind gute Bioindikatoren: das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Arten bzw. die funktionale Zusammensetzung der Makrozoobenthos-Lebensgemeinschaft gibt Aufschluss über die Wasserqualität oder den strukturellen Zustand der Gewässer und ist Grundlage der Biologischen Gewässergütebestimmung. Mit Hilfe des Makrozoobenthos ist somit eine umfassende Bewertung von Fließgewässern möglich, z.B. mit dem Saprobienindex.

Das Saprobiensystem ist ein Bewertungssystem zur Ermittlung der biologischen Wasserqualität von Fließgewässern und ihrer Einordnung in Gewässergüteklassen. Im Gewässer aufgefundene Lebewesen werden als Bioindikatoren für die Belastung eines Gewässers durch abbaubare organische Substanzen verwendet, dies wird als seine Saprobie bezeichnet. Den verschiedenen erfassten Organismenarten, auch Saprobier oder Saprobien genannt, wird nach der mehr oder weniger saprobionten Lebensweise dabei jeweils ein artspezifischer Indikatorwert beigemessen, der, unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Häufigkeit, die Berechnung eines sogenannten Saprobienindex erlaubt, dem jeweils eine Gewässergüteklasse zugeordnet ist. Mit dem Saprobiensystem wird die Belastung eines Fließgewässers mit organischen, leicht abbaubaren, sauerstoffzehrenden Substanzen, z. B. aus häuslichen Abwässern, gemessen.